Homöopathische Mittel

Frühling – Zeit der Blumen!

10. April 2022

Die bezaubernd blühenden Gärten haben mich auf die Idee gebracht, diesen Beitrag einer Blume zu widmen, die mich in den letzten Wochen sehr erfreut hat:

PULSATILLA.

Im Volksmund ist sie als Küchenschelle oder als Kuhschelle bekannt. Ein kleiner Pulk davon ziert seit Jahren unseren Garten. Ihre zartlilafarbenen bis dunkelvioletten Blütenkelche* sind nach unten geneigt und dicht behaart. Und fallen erst auf, wenn sie sich zur Sonne hin öffnen und den Blick in die dottergelbe Mitte freigeben. Oder wenn sie verblüht sind und als struppig-haarige Fruchtstände deutlich höher aufragen als vorher. „Teufelsbärte“ werden sie dann genannt, und diese hatten früher wegen ihrer bizarren Form einen üblen Ruf.

Deswegen – und weil alle Bestandteile der Pflanze giftig sind – hat die Küchenschelle es nie zu einem Star in der Volksmedizin gebracht. Aber Eingeweihten ist sie als Heilmittel seit Jahrhunderten bekannt, unter anderem als Mittel gegen Frauenleiden. In der Homöopathie ist Pulsatilla eines der wichtigsten Mittel. Und das wollen wir uns jetzt genau anschauen!

* Pulsatilla-Blütenfoto von Anastasia Clark, via Unsplash

 

Unterm Mikroskop …

Unter dem Mikroskop (ich habe hier Pulsatilla D6 mikroskopiert) wachsen die kristallinen Strukturen nur langsam, während die Pulsatilla-Globuli-Lösung trocknet. Zunächst eher zurückhaltend bilden sich Kristalle am Rand meines Objektträgers, relativ langweilig in Grau und Gelb.

 

Nach gut einem Tag wird es interessanter: Farben zeigen sich. Sanfte Rosa- und Grüntöne herrschen vor. Aus diesen Tönen bildet sich im Lauf von einigen Tagen eine schöne Kristallform, die aussieht wie eine Blüte. An anderer Stelle findet sich noch etwas Blütenähnliches. Mich erinnert es in der Klarheit seiner Formen an ein Stiefmütterchen. Das „Stiefmütterchen“-Bild ganz rechts stammt aus einer anderen Serie mit Pulsatilla C30.

Auch die grauen Kristalle haben sich derweil weiterentwickelt. Sie gruppieren sich um eine Mitte herum, die zunächst nur wenige rostfarbene Kristalle enthält. Mit fortschreitendem Wachstum differenziert sich das Zentrum immer mehr aus.

Doch es gibt weitere Überraschungen. Nach mehreren Tagen zeigt das zunächst so brav daherkommende Pulsatilla plötzlich eine expressive Seite! Es beginnt mit dem Aufploppen außergewöhnlich leuchtkräftiger Farben, wo ich keine mehr erwartet hatte:

 

Jetzt verblüfft das Präparat mit ungewöhnlichen Farbzusammenstellungen sowie reizvollen Binnenstrukturen …

und schenkt mir zum guten Schluss noch ein Farbfeuerwerk in allen Spektralfarben!

Pulsatilla – nur ein Zuckerkügelchen in Wasser gelöst. Jede Aufnahme greift nur einen Moment in der Entwicklung der voranschreitenden Kristallisation heraus, und man kann angesichts dieser Vielfalt kaum von einem „typischen“ Gesicht sprechen – andererseits sind genau diese Unbeständigkeit und Wechselhaftigkeit auch für das homöopathische Mittelbild der Pulsatilla (z.B. hier nachzulesen) besonders charakteristisch.

 

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