Schüßler-Salze unterm Mikroskop

Kalium sulfuricum
Nr. 6, Kalium sulfuricum
Schüßler-Salze habe ich erstmals über eine Freundin kennengelernt, die
sich meine angegriffene Stimme zum Anlass nahm, mir diese Salze ans
Herz zu legen. Als das für mich überraschend durchschlagenden Erfolg
brachte, habe ich mich mit dieser Therapieform näher beschäftigt und
dabei entdeckt, wie vielfältig und enorm hilfreich die unscheinbaren Mittel
sein können.

Unscheinbar?

Nachdem das Fotografieren von Homöopathika zu so faszinierenden
Ergebnissen (Link)geführt hatte, stellte ich mir die Frage, ob Schüßler-
Salze unter dem Mikroskop wohl ähnlich fotogen wären.
Zum Zeitpunkt meiner ersten Versuche kannte ich Schüssler-Salze nur
als Tabletten. Und die widerstanden all meinen Bemühungen, sie
rückstandsfrei zu lösen um sie dann neu auskristallisieren zu lassen!
Rettung brachte schließlich die Pulverform, die mir von der Firma Pflüger
freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde. Doch auch mit den neuen
Präparaten brauchte ich etliche Anläufe, bevor ich anfing, attraktive
Ergebnisse zu bekommen:

Eigensinnige Salze

Schüßler-Salze sind beim Fotografieren störrisch, besonders wenn man
Wert auf Farben* legt. Unter Luftabschluss (mit Deckglas) bilden sich häufig
gar keine Kristalle. An der Luft wachsen sie munter in die Höhe. Da
geschieht es dann, dass unter dem Deckglas nichts Fotogenes zu finden
ist, aber außerhalb gibt es die schönsten bunten Motive, denn Farbe*
zeigen die Kristalle häufig erst bei einer gewissen Dicke !
… Was das bedeutet, weiß jeder Fotograf, der sich mit Makrofotografie
beschäftigt: Hat ein Objekt „Tiefe“, gibt es Schwierigkeiten mit der
(Tiefen-)Schärfe! Verstärkt ist das in der Mikro-Fotografie der Fall (daher
sind z.B. auch nicht alle Bilder aus den Galerien für großformatige Abzüge
bzw. Drucke geeignet).

Nach etlichen Versuchsreihen mit verschiedenen Konzentrationen der
Lösung, mit Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten während des
Kristallisationsprozesses gelang es mir zunehmend besser, die Entwicklung
richtig einzuschätzen und zur rechten Zeit in den Prozess
hineinzufotografieren und fokussierbare Motive mit der Kamera
festzuhalten.

Spannend zu beobachten

Während des Kristallisationsprozesses verändert sich oft die Art der sich
bildenden Strukturen, so dass im Laufe mehrerer Stunden oder Tage vom
selben Präparat ganz unterschiedliche Bilder entstehen können. Genauso
finden sich ähnliche Strukturen bei unterschiedlichen Salzen. Das ist aber
wenig überraschend, denn schließlich basieren alle Schüßler-Salze auf der
gleichen Trägersubstanz Laktose.

Nach und nach zeigte sich bei meinen Versuchen, dass die einzelnen Salze
auch spezifische Kristallformen ausbilden, die sich nach meiner Erfahrung
mit anderen Salzen nicht erzeugen lassen – obwohl ich natürlich von
jedem Schüßler-Salz diverse Präparate angesetzt und mehrere Testreihen
erstellt habe. Bei einigen Salzen empfinde ich die Eigenheiten als ausgeprägt, bei
anderen weniger.

3 und 6 sind lockig

Zum Beispiel verläuft bei den meisten Präparaten die Kristallbildung
geradlinig. Aber bei den Salzen 3 und 6 (und, auf etwas andere Weise, bei
10 und 12,) entstehen zusätzlich auch gedreht wachsende Kristalle, sowie
kuriose Einzelstrukturen, die man am besten als „lockig“ bezeichnen kann.
Salz 11 hingegen bildet gerne leicht geschuppte, zusammenhängende
Oberflächen, oft mit charakteristischen Kontrasten zwischen „neblig“ und
bunt – schauen Sie die Bilder einmal daraufhin an.

Nr. 12 erzeugt zwar charakteristische Kristalle, die aber zumeist
gleichzeitig so dick und kleinteilig wachsen, dass sie schwer zu
fotografieren sind. Und mit Nr. 9 habe ich Farbtöne* abgebildet, die ich
keinem anderen Schüßler-Salze-Präparat abringen konnte.

Schauen auch Sie bei den Bildern einmal genau hin:
• Sind die Strukturen eher fein oder grob?
• Wachsen die Kristalle linear oder aus der Mitte heraus?
• Wachsen sie strahlenförmig oder gedreht?
• Gibt es Überschneidungen?
• Wie ist die Textur der Oberfläche? Ist sie glatt, schuppig, haarig, klar oder
kleinteilig?

Hochästhetische Motive kommen natürlich auch in den weniger
spezifischen Strukturen vor. Und so sind die Bilder im Shop eine
Zusammenstellung der interessantesten und schönsten Aufnahmen, wobei
ich auch darauf geachtet habe, von jedem Salz mindestens ein Bild
verfügbar zu machen. Ich hoffe, es ist mir gelungen, diese faszinierende Seite und die
Schönheit der Schüßler-Salze auf diese Weise „sichtbar“ werden zu lassen!


*(Die Kristalle an sich sind farblos. Ich mikroskopiere sie in einer Kombination aus Durchlicht und polarisiertem
Licht, durch das die teils auffälligen Farben durch Lichtbrechung werden. Eine gute Erklärung der optischen Zusammenhänge
findet sich auf Wikipedia).